08.06.2026 Berg Jenner am Königssee
Die Region rund um den Königssee ist sehr vom Sport geprägt: hier befindet sich die olympische Bob- und Rodelbahn mit ihrem Eiskanal, außerdem ist es der Ausgangspunkt vieler Wanderungen und Alpenüberquerungen samt Hüttentouren. Man sieht hier viele perfekt ausgerüstete Wanderer starten. Natürlich hat auch hier das Mountain-Biking Einzug gehalten, aber es hält sich doch noch sehr in Grenzen. Hinzukommt natürlich noch der Anziehungsmagnet und international bekannte Königssee. Das macht die Region im äußersten süd-östlichen Zipfel Deutschlands zu einem Tourismusmagneten. Ich empfinde es aber derzeit nicht als übervoll, es verteilen sich die Menschen auch auf die verschiedensten Möglichkeiten.
Direkt vom Zentrum Königssees aus gelangt man auch innerhalb weniger Minuten zu der einzigen Bergbahn hier im Talende: der Jennerbahn.
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Der Jenner ist quasi der Hausberg von Königssee und ein Eldorado für Wanderungen unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade. Die Jennerbahn bringt einen vom 600 Meter hoch gelegenen Königssee entweder bis zur Mittelstation in 1.200 Metern Höhe oder direkt durch bis zur Bergstation in 1.800 Metern Höhe. Innerhalb von rund 20 Minuten überwindet man so einen Höhenunterschied von rund 1.200 Metern. Ich bin auch direkt morgens mit Bahneröffnung bis zur Bergstation durchgefahren.
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Bereits während der Auffahrt hat man einen phantastischen Panoramablick über das Tal, den Königssee und den Watzmann.
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Oben an der Jenneralm angekommen, habe ich direkt den Aufstieg zum Gipfelkreuz des Jenners in Angriff genommen bevor die doch „zahlreichen“ Tagesausflügler kamen. Diese wollen neben der Aussicht auch immer die letzten knapp 100 Höhenmeter bis zum Gipfel hinauf. Man wundert sich leider immer wieder, mit welchem Schuhwerk die Leute hier hochkommen. Der Weg ist doch sehr steil, desweilen mehr ein Kletterweg über viele Steine mit recht steilem Abgrund an der Seite. Das letzte Stück zum Gipfel ist auch mit Stahlseilen gesichert.
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Oben angekommen hat man einen traumhaften Rundumblick vom Watzmann bis zum Steinernen Meer in Österreich, den Königssee und auch bis in die offene ebenere Landschaft des Chiemgaus gen Norden.
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Etwas unterhalb des Gipfels kommt man an einer sehr schönen Aussichtsstelle vorbei, hier hat man den wohl besten Blick von oben auf den türkisenen Königssee.
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Die Gipfelwanderung ist nur über einen einzigen Weg möglich, d.h. man muss den gleichen Weg bis zur Bergstation der Jennerbahn zurück. Dementsprechend kamen mir schon einige Leute entgegen.
Ab der Bergstation wurde meine Wanderung dann aber wesentlich entspannter, da die meisten Menschen von hier wieder runterfahren. Für mich startete aber die eigentliche erstmal immer in Richtung Österreich zum Torrener Joch. Der Weg ist eigentlich recht breit und gut zu wandern, allerdings geht es erstmal rund 100 Höhenmeter extrem steil bergab. Ab dann wechseln sich Steigungen und Gefälle stetig ab – bei nahezu 25 Grad doch eine schweißtreibende Tour. Belohnt wird man mit dem grandiosen alpinen Hochgebirgspanorama rund um einen herum. Beim Blick hinüber zum Steinernen Meer sieht man noch die letzten Schneereste auf den Gipfeln, die vom letzten Winter bisher noch nicht abgeschmolzen sind.
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Nach rund einer guten Stunde hat man dann das Torrener Joch erreicht und befindet sich quasi exakt auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Hier nutze ich dann auch die erste Einkehrmöglichkeit am Carl-von-Stahl-Haus. Die Hütte liegt exponiert direkt vor einer steilen Felswand. Die Aussicht von der Sonnenterrasse aus reicht in die eine Richtung nach Österreich und in die andere Richtung zum Steinernen Meer. Hier kann man es sich richtig gut gehen lassen und die Ruhe genießen.
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Hütten und bewirtschaftete Almen gibt es hier oben im Wandergebiet des Jenners sehr zahlreich, so dass man eigentlich jederzeit eine Einkehrmöglichkeit zur Rast findet.
Für mich führte der Weg von hier aus wieder in die umgekehrte Richtung, allerdings nicht hoch zur Bergstation, sondern stetig bergab in Richtung Mittelstation. Auf diesem rund 2stündigen Abstieg läuft man immer mit Blick in Richtung der schneebedeckten Berge des Steinernen Meeres und man genießt mehr die Aussicht als dass man die Anstrengung spürt.
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Was ich aber nicht wusste, war, dass man erstmal rund 700 Meter absteigt, um dann wieder durch Kuhweiden der Almen rund 150 Meter zur Mittelstation aufzusteigen. Für diesen Wegteil sollte man bis zu zwei Stunden einplanen.
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Wenn man dann noch Zeit, Lust und Kraft hat, gibt es von der Mittelstation aus noch einen gut zwei Kilometer langen Rundweg, der einem vorbei an einem malerisch gelegenen Speichersee führt. Von hier aus hat man nochmal ein traumhaftes Alpenpanorama, spiegeln sich doch die umliegenden Berge im türkisfarbenen See. Es gibt sogar einen Aussichtspunkt, wo sich der gegenüberliegende Watzmann im Seewasser spiegelt. Diese kleine Runde ist absolut empfehlenswert, wenn man auf Alpenpanorama und perfekte Fotomotive steht.
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Allerdings überwindet auch dieser Rundweg einige Höhenmeter, liegt der Speichersee doch rund 80 Meter unterhalb der Mittelstation, so dass man erst hinabläuft und dann wieder den Aufstieg vor sich hat.
Nach einer gemütlichen Rast mit Kaiserschmarrn und Aussicht habe ich mich dann wieder auf den Rückweg gemacht, von der Mittelstation aus habe ich dann wieder die Jennerbahn hinab ins Tal genutzt. Eine sehr empfehlenswerte Wanderung von rund 17 Kilometern lag hinter mir. Bis auf die Gipfeltour ist der Weg aber eigentlich immer als schöner Wanderweg gut machbar, konditionell sollte man für die Strecke und die doch ordentlichen Höhenmeter bergab (rund 750 Meter) und bergauf (gut 400 Meter) fit sein.
Zum Abschluss des schönen Tages ging es nochmal direkt zum Königssee, wo ich den Sonnenschein am Seeufer genossen habe. Eigentlich müsste der See viel wärmer sein, da alle Wanderer ihre überhitzten Füße im eiskalten Seewasser abkühlen. Die Erfrischung ist aber eine Wohltat, wenn man so lange unterwegs war und die Wanderschuhe ausziehen darf.
Ein perfekter alpiner Wandertag geht zu Ende und ich bin gespannt, was ich morgen mache. Für die nächsten Tage hat sich hier leider die Schafskälte und regnerisches Wetter angekündigt.