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  >  Europa   >  Österreich   >  10.06.2026 Wien, Tag 1

Leider hat sich das Wetter heute dann doch zum Schlechten entwickelt und es sind auch keine Aussichten auf Besserung. Die nächsten zwei Tage soll es quasi durchregnen. Somit haben sich die Bergtouren rund um den Wolfgangsee erledigt. Schnell habe ich dann meine Entscheidung für Plan B getroffen und bin direkt nach dem Frühstück weiter über die Autobahn in die Hauptstadt Österreichs nach Wien gefahren. Für dort war deutlich besseres Wetter gemeldet und sobald ich die Bergregion verlassen hatte, war es auch schon trocken.

 

Um die Mittagszeit habe ich dann Wien erreicht und einen Stellplatz auf einem Campingplatz direkt an der Donau bekommen. Dieser lag sehr verkehrsgünstig, was man natürlich auch an den Nebengeräuschen hörte, aber für einen Städtetrip mit der optimalen Ausgangslage: entweder 5 Kilometer mit dem E-Scooter bis zum Prater oder 10 Minuten zur U-Bahn-Station und dann 5 Haltestellen bis zum Prater. Besser geht es nicht. So wollte ich die nächsten 1,5 Tage jetzt in Wien verbringen.

 

Wir waren bereits vor 8 Jahren Ende Oktober einmal in Wien und seinerzeit hat uns die Stadt nicht so sehr gepackt. Wir empfanden es damals eher als ein großes Museum mit wenig Leben und Flair. Aber jede Stadt hat ja eine zweite Chance verdient und ich muss sagen, Wien hat mich dieses Mal absolut überzeug.

 

Wien ist die Hauptstadt Österreichs und mit über 2 Millionen Einwohnern auch gleichzeitig die größte Stadt des Landes. Wien liegt am Ostrand der Alpen schon nahezu flach in der Donau-Ebene. Nördlich der Donau und des Donau-Kanals befinden sich auch das historische Stadtzentrum, die Altstadt, der Prater – als alles, was für den Touristen und Besucher interessant ist.

 

 

Für den ersten Nachmittag bin ich dann mit dem E-Scooter über die Donau-Brücke in die Stadt bis zum Prater gefahren.

 

Der Prater ist eine riesige Parkanlage an den Donauauen und erstreckt sich in seiner Längsausdehnung über 4,5 Kilometer aus. Hier entlang führt eine gerade Hauptallee, auf der man den Park völlig durchqueren kann. Das Schöne an diesem Park ist, dass er mit nur drei Kilometern Entfernung vom Stephansdom ganz zentral mitten in der Großstadt liegt.

 

 

Die meisten Menschen verbinden aber mit dem Prater weniger die riesige Parkfläche als vielmehr ein Bruchstück des Areals: hier entstand ein Vergnügungspark im Stile einer großen Kirmes. Hauptattraktion ist das hier stehende Wahrzeichen der Stadt Wien: das historische Riesenrad. Der Vergnügungspark mit seinen Fahrgeschäften ist ganzjährig von morgens bis in die späten Abendstunden geöffnet.

 

 

 

Da es heute eher stark bewölkt war, war nicht so viel im Prater los. Ich habe einen kleinen Rundgang vorbei an diversen Fahrgeschäften gemacht, habe aber eine Fahrt mit dem Riesenrad auf morgen verschoben, da dann schöneres Wetter gemeldet ist.

 

Von hier aus bin ich dann mit dem E-Scooter weiter in die Innenstadt gerollert: nächstes Ziel war das Hundertwasserhaus.

 

Das Hundertwasserhaus liegt im dritten Stadtbezirk und wurde von 1983 bis 1985 nach den Entwürfen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser gebaut. Seine Idee war es, Gebäude natur- und menschengerecht zu gestalten. Dazu gehörte der Einsatz von vielen verschiedenen Farben bis hin zu begrünten Terrassen an den Fassaden der Gebäude.

 

 

Bereits 1977 befürwortete der damalige Kanzler Kreisky der Umsetzung der Vision und empfahl Hundertwasser dem Wiener Bürgermeister Gratz. Gemeinsam mit einem Architekten sollten die Pläne Form annehmen. Jedoch hielt sich der Architekt immer wieder an die gültigen Bauvorschriften für den Innenstadtbau. Dies entsprach nicht den Vorstellungen von Hundertwasser. 1979 entschied dann der Stadtrat, dass der begrünte Terrassenbau nach den Vorstellungen Hundertwassers gebaut werden soll. Architektonisch übernahm hier Peter Pelikan von der Wiener Magistratsabteilung. Er setzte die Pläne Hundertwassers um und so entstand das weltbekannte Gebäude in Wien. Die Zusammenarbeit war so gut, dass sie über viele Jahrzehnte hinweg andauerte.

 

Heutzutage ist das Hundertwasserhaus ein Anziehungspunkt für Touristen, sind die mit über 250 Büschen bewachsenen bunten Fassaden und Dächer definitiv außergewöhnlich und stellen ein perfektes Fotomotiv dar.

 

 

In der gegenüberliegenden Hundertwasser-Village findet man zudem zahlreiche Shops, Cafés, etc. Ales ist hier auf den Tourismus ausgelegt und das Gebäude ist ebenfalls im Stil von Hundertwasser ausgebaut.

 

Neben diesem bekannten Gebäude hat Hundertwasser im Laufe der Jahre noch 40 weitere Hundertwasser-Häuser geschaffen. Heutzutage ist er ein namhafter Künstler und seine Werke sind Ziel zahlreicher Touristen.

 

 

 

Vom Hundertwasserhaus aus habe ich dann noch eine kleine Rundtour mit dem Roller durch die Stadt gemacht. Es ging vorbei unter anderem an der Karlskirche, am Künstlerhaus, der Albertina und entlang des Donaukanals wieder zurück zum Stellplatz. Für die komplette Innenstadt steht mir ja morgen noch ein weiterer Tag zur Verfügung – und der verspricht wettertechnisch perfekt zu werden.