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  >  Europa   >  Deutschland   >  07.06.2026 Kehlsteinhaus

Für den heutigen Tag hatte ich mir eine Mischung aus Wandern und Geschichte ausgesucht. Wohl eins der bekanntesten Ziele in Berchtesgaden ist das kehlstein-Haus mit seiner dunklen Vergangenheit.

 

Das Kehlsteinhaus liegt hoch in den Bergen auf 1.834 Metern Höhe in exponierter Lage über Berchtesgaden. Man hat für die Anreise zwei Möglichkeiten: entweder man wandert über rund 4 Stunden die 833 Höhenmeter vom Parkplatz Obersalzberg. Oder man nimmt ab hier optional den Busservice hinauf. Es werden extra Spezialbusse eingesetzt, die die vielen Touristen und Reisegruppe in 15 Minuten hochfahren. Für die Bergfahrt habe ich auch den Service genossen (natürlich gegen Aufpreis). Die Straße nach oben ist nur für die Busse zugänglich, ansonsten gibt es hier keinerlei Verkehr.

 

 

Historisch ernannte Hitler die Region Obersalzberg bis hin zum Kehlstein zum Führersperrgebiet. In den Jahren 1937/38 ließ er den Berggipfel mit dem Bau der Kehlsteinstraße erschließen. Allerdings gab es keine Möglichkeit bis zum Gipfel zu kommen. Dementsprechend endete die Straße 124 Meter unterhalb des Gipfels. Hier halten auch heutzutage die Busse.

 

Von hier aus läuft man direkt in einen exakt 124 Meter langen Tunnel ins Berginnere. Der Tunnel ist noch original aus dem Jahre 1937. Am Ende des Tunnels befindet sich dann ein Messingaufzug, welcher einem in 41 Sekunden die wiederum 124 Meter hoch zum Gipfel des Kehlsteins mitten ins Kehlstein-Haus bringt. Der Aufzug wurde allerdings im letzten Jahrhundert bereits originalgetreu modernisiert.

 

 

Das Kehlsteinhaus selber ist ein massiver Steinbau knapp unterhalb des Gipfelkreuzes. Es diente als Repräsentationshaus der NSDAP – dem so genannten Teehaus. Hier wurden diplomatische Gespräche geführt, aber auch politische Entscheidungen getroffen. Heute kann man durch die historischen Mauern laufen und sieht noch die holzvertäfelten Empfangssäle. Der große Teesaal ist heute ein Touristenrestaurant.

 

 

 

Rund um das Gelände und im Berg befinden sich außerdem zahlreiche Schutzbunker für die einstige Führung. Diese wurden 1943 im Berg erbaut, um im Notfall unterirdisch gesichert weiter regieren zu können – falls dies von Berlin aus nicht mehr möglich gewesen wäre.

 

 

Hier oben traf sich alles, was seinerzeit Rang und Namen hatte, nur Hitler selbst war nur rund 10 Mal hier oben, da ihm im Nachhinein die Straße zu gefährlich war, der Aufzug nicht sicher vor Blitzeinschlägen war und zu guter Letzt er sich hier auch möglichen Bombenangriffen ausgesetzt sah.

 

Neben Berlin galt das Kehlsteinhaus als die zweitwichtigste Machtzentrale während der NSDAP-Zeit. International nennt man den Ort auch Eagle´s Nest, also Adlerhorst, da es wie ein Adlernest am Berg gebaut ist.

 

Vom Kehlstein-Haus führt dann ein kurzer Anstieg von wenigen Minuten zum Gipfelkreuz. Man hat von hier aus einen Rundumblick auf die Alpen, den Königssee und bis ins Salzburger Land. Heute war nicht ganz so viel gute Sicht, da immer wieder Nebelschwaden um den Berggipfel zogen.

 

 

Von hier oben aus startet dann auch ein so genannter, rund 90minütiger Rundweg am Kehlsteingipfel. Allerdings hatte ich mir unter einem Rundweg eher einen Wanderweg vorgestellt. Dieser entpuppte sich aber als steiler Steig mit Kletterpartien, die seilgesichert sind. Landschaftlich ist es hier oben allerdings sehr reizvoll, da dieser Weg durch hochalpine Felsenlandschaft führt.

 

 

 

Nach gut 90 Minuten habe ich dann auch wieder das Gipfelkreuz und kurze Zeit später das Kehlsteinhaus erreicht.

 

 

Heutzutage wird das Kehlstein-Haus von vielen Touristen besucht und man hat die Möglichkeit sowohl innen als auch auf der großen Sonnenterrasse zu entspannen und sich zu stärken. So habe auch ich mir eine kleine Pause gegönnt.

 

 

Für den Rückweg habe ich mich dann entschieden, die rund 6,5 Kilometer und 833 Höhenmeter zum Ausgangspunkt am Parkplatz hinabzuwandern. Der Weg ging wirklich über die ganze Zeit in Serpentinen sehr steil bergab – es wurde nie flach oder entspannt. Ich war im Nachhinein froh, nicht bergauf gelaufen zu sein.

 

Am Ende bin ich wieder gut am Parkplatz angekommen. Ich muss sagen, es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Ziel mitzunehmen. Durch seine geschichtliche Vergangenheit ist es natürlich eine Sehenswürdigkeit, aber auch landschaftlich liegt es sehr exponiert hoch oben in den Bergen und man hat spannende Wandermöglichkeiten und tolle Ausblicke. Von der Sonnenterrasse schaut man perfekt hinab auf den Königssee.