06.06.2026 Königssee und Röthbachwasserfall
Heute hieß es früh aufstehen, der Wetterbericht meinte es erstmal gut mit mir, aber für nachmittags waren die für die Alpenregion typischen Gewitter/Schauer gemeldet.
So war ich bereits um 8.00 Uhr startklar und für mich ging es erstmal zu Fuß denkurzen Weg zum Königssee direkt zur Anlegestelle der Boote. Ich staunte nicht schlecht, dass die Schlange bereits über den gesamten Platz reichte – 20 Minuten bevor das erste Schiff des Tages losfuhr.
Schnell ein Ticket gekauft und dann habe ich mich brav eingereiht. Zum Glück fahren die Boote sehr regelmäßig und ich saß um 8.40 Uhr im zweiten Boote des Tages.
Da der Königssee komplett im Naturschutzgebiet Berchtesgaden liegt, fahren die Boote bereits seit 1909 emissionsfrei mit Elektroantrieb (die Schifffahrt selbst gibt es am See schon seit mehr als 200 Jahren). Insgesamt fahren 18 der historischen Boote auf dem See. Diese werden in der eigenen Werft von den Mitarbeitern selbst aufwendig gewartet und immer wieder restauriert. Mein Schiff war die „Staufen“ aus dem Jahr 1935, und somit mit über 90 Jahren das älteste Boot der Flotte. Viele Schiffe stammen aus den 1950er und 1960er Jahren, aber auch neuere Boote im historischen Eichenholzbaustil.
Die leistungsstarken Bleiakkus der Boote sorgen dafür, dass man für die 8 Kilometer bis zum anderen Seeende nur knapp eine Stunde benötigt.
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Zuerst legt man in Königssee ab und man fährt an der Winterbobbahn vorbei. Nach rund 20 Minuten erreicht man die bekannte Echowand. Die steilen Berghänge fallen hier senkrecht ins Wasser und das Echo schallt bis zu drei Mal. Noch heute wird die alte Tradition gepflegt, dass ein Besatzungsmitglied mit der Trompete spielt und sich das Echo brechen kann. Wahrscheinlich für jeden Gast ein Höhepunkt der Fahrt und ein ganz besonderes Erlebnis – hoffen wir, dass solche Traditionen noch lange fortgeführt werden.
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Wenige Minuten später erreicht das Boot dann die berühmte Wallfahrtskirche St. Bartholomä. Die Kirche liegt am Westufer auf der Halbinsel Hirschau. Die ursprüngliche, kleinere Kapelle an diesem Ort geht auf das Jahr 1134 zurück, der heutige Bau geht auf das 17.Jahrhundert zurück. Die Einsiedelei auf der Halbinsel geht auf eine jahrhundertealte Fischerfamilie zurück, die noch heute die alleinigen Fangrechte im gesamten Königssee hat. Hier haben die Fahrgäste die Möglichkeit, entweder auf dem Hin- oder Rückweg einen Zwischenstopp einzulegen. Da wir dies bereits gemacht haben und ich ein anderes Ziel hatte, bin ich einfach sitzen geblieben.
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Der eh wohl bekannteste Blick auf die Kirche ist von der Seeseite aus, wenn die beiden Zwiebeltürme quasi exakt hintereinanderstehen – dann hat man das weltberühmte Postkartenmotiv mit dem Watzmann im Hintergrund. Der Watzmann ist der bekannteste Berg hier in Berchtesgaden und zeitgleich mit 2.713 Metern der zweithöchste Berg Deutschlands. Die Einwohner sehen ihn sogar als den wahren höchsten Berg Deutschlands an, da er komplett auf deutschem Gebiet liegt, die Zugspitze gehört ja zu Teilen zu Deutschland und zu Teilen zu Österreich.
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Weitere 20 Minuten später erreichen wir dann mit dem Boot die Endstation Salet am südlichen Seeufer. Hier hat man eigentlich nur wenige Möglichkeiten, den Tag zu gestalten: entweder man kehrt in eine der beiden Almen am Seeufer ein und genießt das Alpenpanorama oder man geht wandern.
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Nach rund 20 Minuten über einen gut zu laufenden Weg erreicht man den Obersee. Der Obersee ist ein typischer Bergsee eingekesselt von steilen und massiven Berghängen. Mit nur rund 1,3 Kilometern Länge ist er deutlich kleiner als der Königssee. Das klare, türkisfarbene Wasser ist so spiegelglatt, dass sich die umliegenden Berge vollständig in der Seeoberfläche spiegeln. Man muss schon sehr genau hinschauen, um die Übergang von See und Land zu erkennen.
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Wenn man möchte, kann man noch am Seeufer entlanglaufen. Zumeist wird man von den Kühen der umliegenden Almen des Weges begleitet. Nach einiger Zeit wird der Weg doch sehr exponiert, da hier die Felshänge steil in den See abfallen. Der Weg ist jetzt mehr ein Steig und man muss ihn zeitweise steil hochklettern. Gesichert ist das Teilstück aber durch Stahlseile sowohl in der Felswand als auch auf der Seeseite – es gibt also genügend Möglichkeiten, sich festzuhalten. Aber man sollte schon etwas trittfest und sicher im Klettern sein. Und nach dem Aufstieg erfolgt erfahrungsgemäß der Abstieg auf einem ähnlichen Steig (wohlwissend, man muss exakt diesen Weg wieder zurück). Danach sind es nur noch wenige Kurven bis man das andere Seeufer erreicht hat.
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Wie sollte es anders sein, erwartet einem hier auch wieder die Möglichkeit der Einkehr in einer Alm. Oder man tut es einigen Wanderern gleich und geht im klaren und eiskalten Wasser des Sees schwimmen. An den beiden Seen Königssee und Obersee außer Rudern und Schwimmen keinerlei Wassersport erlaubt. Beide Seen besitzen die höchste Güte an Trinkwasserqualität.
Wem die Strecke noch nicht genug ist, kann von hier aus nochmal gut eine halbe Stunde steil bergauf wandern (aber ein gut zu laufender Weg) und erreicht dann am Ende im Talkessel Deutschlands höchsten Wasserfall:
Der Röthbachwasserfall ist mit einer Fallhöhe von mehr als 470 Metern der höchste Wasserfall Deutschlands. Insbesondere etwas früher im Jahr zur Schneeschmelze muss dies ein besonders schöner Anblick sein. Mit den umliegenden Kuhweiden und Felsen vor den steilen Berghängen ist die Idylle und Ruhe perfekt. Und das Besondere hieran ist, dass diese längere Tour mit Boot und Wanderung die einzige Möglichkeit ist, zu diesem Wasserfall zu gelangen, somit definitiv kein überlaufener Insta-Hotspot.
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Am Ende ist man noch etwas verblüfft, da nur kleinere Wassermengen sich ihren Weg suchen. Das meiste Wasser versickert direkt im Boden und speist über unterirdische Wege den Obersee und Königssee.
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Für mich hieß es nun, auf gleichem Weg die 1,5-2 Stunden wieder zurück zum Bootsanleger und dann konnte ich auf der einstündigen Bootsfahrt zurück nach Konigssee entspannen und nochmal das Panorama genießen.
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Eine schöne Tour geht zu Ende, für die man auf jeden Fall mindestens 5 Stunden ohne Pause, mit Einkehr oder Zwischenstopp in St. Batholomä rund 7 Stunden einplanen sollte. Vor allen Dingen bei dem heutigen schönen Wetter sind die Spiegelungen in den Bergseen natürlich besonders beeindruckend.
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