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  >  Europa   >  Deutschland   >  19.10.2026 Hamburger Hafen + Reeperbahn

Heute stand der erste Tag Hamburg auf unserem Programm.

 

Den Stellplatz in Wedel fanden wir optimal, da er abseits vom Trubel absolut ruhig gelegen ist – hier hört man nachts effektiv nichts und kann in Ruhe schlafen. Die Lage war auch insofern perfekt, dass in 900 Metern Entfernung die S-Bahn-Station liegt – von hier aus ist man in ungefähr einer halben Stunde mitten in Hamburg. Wir haben morgens die Bahn genommen und sind direkt an den Landungsbrücken in Hamburg ausgestiegen.

 

 

 

Sobald man aus der Bahnstation rauskommt, steht man direkt auf der Promenade oberhalb der Landungsbrücken. Von hier aus hat man einen perfekten Überblick über Elbe, die historischen Gebäude hinter den Landungsbrücken, der Elbphilharmonie und dem Museumsschiff Rickmer Rickmers (ein fast 130 Jahr altes historisches Segelschiff).

 

Unser Ziel war für heute als erstes der Hamburger Hafen. Wir finden Häfen mit ihrem ganzen Schiffbetrieb, den riesigen Terminals und dem Leben dazu immer wieder faszinierend. Da das Wetter perfekt war und auch der Flutstand der Elbe hoch genug war, konnten wir sogar die ganz große Hafenrundfahrt machen und sowohl erst durch die Speicherstadt fahren, als auch danach hinaus in den großen Hamburger Containerhafen. Bei strahlendem Sonnenschein saßen wir die gesamten zwei Stunden draußen auf dem Außendeck der Barkasse.

 

Dementsprechend ging es dann direkt los und wir sind als erstes in Richtung Speicherstadt gefahren.

 

Die Speicherstadt ist der weltweit größte historische Lagerhauskomplex, der hier auf verschiedenen Elbinseln zwischen den Jahren 1883 und 1927 erbaut wurde. Die Speicherstadt wurde seinerzeit als Freihafen gebaut, da 1871 Hamburg zu einem Bundesstaat des Deutschen Reiches wurde und in den deutschen Zollverein aufgenommen wurde. Der Bau eines Freihafens wurde vereinbart, um den Handel nicht mit Zöllen zu belasten. So konnten die Hamburger Kaufleute weiterhin zollfrei ihre Importgüter zollfrei lagern, weiterverarbeiten und wieder verschicken (insbesondere Kolonialwaren). Durch den steigenden Containerumschlag im „heutigen“ Hamburger Containerhafen wurde 2003 die Freihafengrenze entsprechend verschoben und die Speicherstadt verlor ihren Freihafenstatus. Das aufwendig restaurierte Stadtviertel mit den auf bis zu 12 Meter langen Baumstämmen gebauten Lagerhäusern (= Speicher) in klassischer Backsteinarchitektur wurde 2015 dann sogar von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen. Dies sollte somit unser erstes Ziel auf der Hafenrundfahrt werden.

 

Wenn man mit der Barkasse an den Landungsbrücken abgelegt hat, geht es vorbei an den beiden Museumsschiffen Rickmer Rickmers und Cap San Diego, die seit Jahren die Skyline am Hamburger Hafen prägen. Dann hat man direkt das wahrscheinlich bekannteste Symbol des modernen Hamburgs vor sich: die Elbphilharmonie.

 

 

Die Elbphilharmonie, oder auch liebevoll Elphi genannt, wurde im Jahr 2017 eröffnet. Die Planungen gehen bis auf das Jahr 2001 zurück, wo man beschloss, ein neues Wahrzeichen und gleichzeitig ein Kulturdenkmal zu schaffen. Das Gebäude ist 110 Meter hoch und wurde von weltbekannten Architekturbüro Herzog & De Meuron aus der Schweiz entworfen. Der untere Teil ist ein ehemaliges Speichergebäude, auf welches das Gebäude mit seiner markanten Glasfassade aufgesetzt wurde. Optisch soll die Elbphilharmonie an einen Eisberg, ein Segel oder Wasserwellen erinnern. Im Innern findet man eine der größten Konzertsäle Deutschlands, der große Saal fasst etwas mehr als 2.100 Zuschauer.

 

 

Direkt unterhalb der Elphi geht es dann mit der Barkasse hinein in die Kanäle der Speicherstadt vorbei an den zahlreichen Backsteinhäusern. Die Backsteinhäuser beheimaten heute neue Touristenattraktionen wie das Miniaturwunderland, das Hamburg Dungeon aber auch nach wie vor internationale Handelsunternehmen u.a. insbesondere für Orientteppiche – hier findet man das weltweit zweitgrößte Lager für Teppiche dieser Art. Außerdem sind hier noch Kaffeeröstereien, die Verwaltung von Stage Entertainment und viele mehr ansässig.

 

 

Das ehemalige Zollgebäude innerhalb der Speicherstadt wurde auch originalgetreu restauriert und beherbergt heute ein Zollmuseum, in der Fleet davor kann man sogar ein Zollschiff der Küstenwache besichtigen.

 

 

Auf einer Halbinsel zwischen zwei Fleeten findet man dann das wohl bekannteste Gebäude der Speicherstadt, das Wasserschloss aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts. Erbaut wurde das Wasserschloss als Sitz des Windenwärters der Speicherstadt. Sämtliche Speichergebäude hatten und haben bis heute keine Lastenaufzüge und alle Ware wurde seit jeher mit Winden aus den Schiffen ent- und wieder beladen. Der Windenwärter war rund um die Uhr in der Speicherstadt im Einsatz, um diese hydraulischen Winden zu warten und im Notfall direkt zu reparieren. Heute ist das Wasserschloss Heimat von einem Gastronomiebetrieb, aber nach wie vor wohl das meist fotografierteste Gebäude in diesem Bereich Hamburgs.

 

 

Von hier aus sind wir dann vorbei am neuen Westfield Einkaufszentrum in das Hauptfahrwasser der Elbe abgebogen. Hier findet man dann direkt eines der mittlerweile drei Kreuzfahrtterminals Hamburgs: das Cruise Terminal Hafencity.

 

 

Heute liegt hier ein eher kleineres Kreuzfahrtschiff, die Vasco da Gama von Nico Cruises.

Die Vasco da Gama ist mit 1.000 Passagieren ein kleineres Kreuzfahrtschiff, welches vielfach von hier aus auf mehrmonatige Weltreisen aufbricht oder größere Rundreisen in Westeuropa bis hinunter zu den Kanarischen Inseln.

 

 

 

Nochmals vorbei an der Elbphilharmonie fährt man jetzt von der Elbseite aus vorbei an den Museumsschiffen, den Landungsbrücken, am alten Elbtunnelgebäude, dem Fischmarkt, den vielen Schlepperschiffen in Richtung Cruise Center Altona.

 

 

Das neue große Kreuzfahrtterminal in Altona wurde 2009 erbaut, um neben dem Kreuzfahrtterminal in der City ein weiteres Terminal zu schaffen, um auch größere Schiffe von über 300 Metern Länge abzufertigen. 2015 wurde hier dann sogar ein Landstromanschluss für die Schiffe geschaffen, um die Abgase der Dieselmotoren in der Stadt zu reduzieren.

 

 

Heute liegt hier die Costa Favolosa, ein 2010 gebautes, 290 Meter langes Kreuzfahrtschiff der Costa Reederei, welches Platz für rund 3.800 Passagieren bietet.

 

 

Entlang weiterer Schiffe, einem Eisbrecher, Schleppern, dem Leuchtschiff Elbe 3 geht es elbabwärts bis zum Elbstrand von Övelgönne.

 

Hier biegen wir jetzt ab in den großen Containerhafen Hamburgs. Er ist der größte Hafen Deutschlands und gemessen am Containerumschlag gehört er mit seinen 4 Containerterminals zu den größten Häfen der Welt.

 

Heute haben wir richtig Glück, liegen hier doch mit der HMM Stockholm, der Marchen Maersk, die Cosco Universe und der CMA CGM Antoine de Saint Exupery gleich mehrere der größten Containerfrachtschiffe der Welt.

 

 

Wir finden es sehr faszinierend, wie schnell die großen Überseecontainer auf den Schiffen entladen, verladen oder umgestapelt werden. Hierzu dienen die Laufkatzen an den riesigen Hafenkränen über den Schiffen. Hier sitzt ein Mitarbeiter quasi kopfüber drin und fährt über die Containerschiffe, um innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten mittels Kran das Schiff zu entladen. Dies wird nach wie vor von Menschenhand gesteuert, da hier der Mensch schneller arbeitet als computergesteuerte Laufkatzen. Absolut faszinierend, wenn man sich dies aus direkter Nähe ansieht und einem die Größenordnung erstmal so richtig klar wird. Vor dem Bug eines dieser zum Teil über 400 Meter langen Schiffe fühlt man sich richtig winzig.

 

 

Nachdem wir dann durch mehrere Containerterminals gefahren sind, geht es durch Schleusen (diese dienen nicht zum Ausgleich von Wasserhöhen, sondern als Schutz vor Schwankungen und Hochwasser durch die Gezeiten bedingt) vorbei am größten Schrotthafen Europas in Richtung des dritten und neuesten Kreuzfahrtterminals Steinwerder.

 

 

Das 2015 in Betrieb genommene Kreuzfahrtterminal ist das modernste der drei Kreuzfahrtterminals der Stadt. Es kann bis zu 4.000 Passagiere abgefertigt werden, es hat eine moderne Gepäckabfertigung wie am Flughafen, verfügt über mehr als 1.500 Parkplätzen für Kreuzfahrer oder Besucher und ist mit Fähren direkt an der auf der gegenüberliegenden Elbseite liegenden Innenstadt Hamburgs angebunden. Seit 2023 verfügt das Terminal in Steinwerder sogar über einen LNG-Anschluss, wo die Kreuzfahrtschiffe mit moderner Ausstattung mit LNG-Gas selber umweltfreundliche Energie erzeugen können. Heute liegt hier die AIDAprima, ein modernes Kreuzfahrtschiff der deutschen Reederei AIDA, welches auf rund 300 Metern Länge und 18 Decks Platz für rund 3.500 Passagiere und 1.600 Mann Besatzung bietet.

 

 

Von hier aus ging es dann vorbei an militärischen Hafeneinrichtungen und modernen Werften und Trockendocks wieder in Richtung Elbfahrwasser und direkt auf die andere Elbseite zurück zu den Landungsbrücken, wo unsere Hafenrundfahrt dann auch endet.

 

 

Wir finden große Häfen immer wieder faszinierend und mit einer Hafenrundfahrt kann man diese definitiv am besten entdecken.

 

 

Von hier aus sind wir dann zu Fuß weiter in Richtung der wohl bekanntesten Straße Hamburgs, der Reeperbahn gelaufen. Aber zuerst kamen wir an der Hauptkirche der Stadt St. Michaelis vorbei. Die Kirche ist wohl eher unter dem Spitznamen Hamburger Michel allen bekannt.

 

 

Danach ging es dann weiter in Richtung Reeperbahn. Die Reeperbahn ist die zentrale Straße in Stadtteil St. Pauli und Heimat des Vergnügungs- und Rotlichtviertels der Stadt. Hier findet man zahlreiche Kneipen, Bars, Nachtclubs, Diskotheken sowie zahlreichen Sexclubs- und shops. Natürlich ist hier am späten Nachmittag noch nicht so viel los wie am späteren Abend.

 

 

Natürlich findet man hier auch viel Unterhaltungsmöglichkeiten wie im Schmitz Tivoli, im St. Pauli Theater, im Operettenhaus oder im Boxkeller Ritze.

 

Vom Beatles-Platz aus kann man dann in die Große Freiheit abbiegen. Dies ist eine relativ kurze Straße, wo man aber besonders viele Nachtklubs und Travestieshows findet, u.a. ist hier auch die Heimat von Olivia Jones. Bekannt wurde diese Straße schon 1944 in dem Film „Große Freiheit Nr.7“ mit Hans Albers, aus diesem Film stammt auch das heute noch jedem bekannte Lied „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“.

 

 

Zu guter Letzt findet man auf der Reeperbahn wohl auch Deutschlands bekannteste Polizeiwache, die Davids-Wache.

 

 

Zum Sonnenuntergang waren wir dann wieder pünktlich zurück an den Landungsbrücken und konnten heute einen traumhaften Sonnenuntergang mit Blick über den Containerhafen genießen. Außerdem verließen mit der untergehenden Sonne auch die Kreuzfahrtschiffe Vasco da Gama und AIDAprima die Stadt Hamburg.

 

 

 

Nach einem leckeren Abendessen sind wir dann wieder zur S-Bahn und zurück zu unserem Stellplatz in Wedel gefahren und ein langer und schöner Tag in der Hansestadt Hamburg geht zu Ende. Unser Spruch ist eigentlich „Hamburg geht immer“ und so folgt morgen noch ein weiterer Tag in Hamburg.