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  >  Europa   >  Deutschland   >  18.10.2026 über Glückstadt nach Wedel

Für heute stand dann ein kleiner Roadtrip auf dem Programm:

Es sollte durch das Alte Land in Richtung Nordsee gehen, in Wischhafen dann mit der Fähre über die Elbe nach Glückstadt und dann wieder elbaufwärts in Richtung Hamburg bis Wedel. Leider war das Wetter heute Morgen alles andere als schön, es war sehr zugezogen und hatte sich eingeregnet.

 

 

Trotzdem sind wir nach dem Frühstück gestartet und durch die kleinen Dörfer im Alten Land in Richtung Wischhafen gefahren. Hier hatten wir sehr viel Glück, es war sogar direkt eine Fähre verfügbar, diese fahren aber auch alle 20-30 Minuten je nach Verkehrsaufkommen. Man muss schließlich bedenken, dass dies auf einer Strecke von rund 100 Kilometern zwischen Hamburg und der Elbmündung bei Cuxhaven die einzige Möglichkeit ist, die Elbe zu überqueren, Brücken gibt es auf diesem Stück keine. Manch einer denkt zuerst, es wäre recht teuer mit der Fähre die Elbe zu überqueren. Aber man muss mal hochrechnen, welche Strecke man fahren würde bis Hamburg, durch den Elbtunnel und dann wieder entlang der Elbe. Wenn man jetzt den Benzinbedarf bei den aktuellen Spritpreisen berechnet, ist wahrscheinlich sogar der Fährpreis günstiger (und man ist natürlich schneller). So sind die Fähren meistens voll besetzt und es kann zu Stoßzeiten auch zu Wartezeiten kommen.

 

Die Elbe ist an dieser Stelle bereits rund 3,5 Kilometer breit auf ihrem Weg in Richtung Nordsee, dementsprechend dauert die Fährüberfahrt auch rund 25 Minuten.

 

 

Der Fähranleger in Wischhafen liegt geschützt hinter dem Deich, so dass das Ein- und Ausschiffen recht unabhängig von Gezeiten und möglichen Sturmfluten problemlos vonstattengehen kann.

 

 

Auf dem Weg über die Elbe kreuzt man dann die Hauptfahrrinne der Elbe, die von der Nordsee in den Hamburger Hafen führt. Dementsprechend gibt es hier häufig viel zu sehen, wenn die großen Containerschiffe hier entlangfahren.

 

Wenn man im Fährhafen von Glückstadt angekommen ist, sind es noch rund 3 Kilometer bis in das Stadtzentrum von Glückstadt. Hier haben wir uns einen Parkplatz gesucht und wollten ein wenig die Stadt erkunden. Dies war ein besonderer Wunsch meiner Frau, da in Glückstadt ihre Lieblingsautorin wohnt und viele Romane dort spielen. So fand sie es interessant, mal einfach die Umgebung selbst zu sehen.

 

 

Glückstadt selbst ist eine rund 11.000 Einwohner zählende Kleinstadt am schleswig-holsteinischen Ufer der Elbe. Bekannt ist die Stadt vor allen Dingen wegen dem Fährhafen zur Elbquerung – Fähren verkehren hier schon seit mehr als 300 Jahren. Außerdem ist Stade für seine Matjes-Produktion bekannt, hier finden alljährlich im Juni die Matjestage statt – ein weit bekanntes Fest, das viele Touristen anzieht.

 

 

Wir sind als erstes entlang des Deiches in Richtung Hafen gegangen. Wir mögen die Schafe auf den friesischen Deichen immer wieder sehr.

 

 

Der Binnenhafen von Glückstadt ist durch ein Schleusentor von der Elbe getrennt und unterliegt somit nicht den Gezeiten und das Schleusentor schützt die Stadt vor Überflutungen.

 

 

Entlang des Hafenbeckens sind wir jetzt auf der der Stadt gegenüberliegenden Seite weitergelaufen. Von hier aus hat man einen schönen Blick über die Boote und die schöne Hafenmeile mit ihren Fischerhäusern und ehemaligen Speichergebäuden.

 

 

 

Auf unserer Seite kommen wir an einigen Werften vorbei und kurz vor der Innenstadt liegt das ehemalige Zucht- und Tollhaus direkt am Binnenhafen.

 

 

Da es jetzt etwas mehr an zu regnen fing, sind wir erstmal gemütlich mit Blick auf den Hafen in eine „Fischbude“ eingekehrt und haben frisch zubereitete Fischbrötchen gegessen, Claudia passend zur Stadt natürlich mit frischem Matjes.

 

 

Danach wurde es dann trocken für den Rest des Tages und wir sind weiter entlang der Fleth in das historische Stadtzentrum gelaufen. Hier geht es überwiegend gemütlich und beschaulich zu, auch hier gibt es viele schöne Fachwerkhäuser.

 

 

Rund um den Marktplatz findet man dann die zentralen Gebäude der Stadt wie das Rathaus, die Kirche oder eine traditionelle Bäckerei. Im Sommer ist hier am Marktplatz mit seinem Springbrunnen, den schönen Gebäude und der mit Blumen bewachsenen Fleth bestimmt viel los.

 

 

 

Zurück zum Wohnmobil sind wir auf der Stadtseite am Hafenbecken entlanggelaufen, direkt vorbei an den schönen Fischerhäusern. Hier spielen auch Romane der Autorin meiner Frau.

 

 

 

Danach ging es dann 45 Minuten weiter mit dem Wohnmobil zu unserem heutigen Tagesziel nach Wedel. Wedel ist mit 35.000 Einwohnern eine mittelgroße Stadt an der Elbe und liegt mit nur 20 Kilometern Entfernung zu Hamburg im direkten Großstadtgürtel. Von hier aus kann man direkt mit der S-Bahn in nur 30 Minuten bis mitten in die Hansestadt Hamburg fahren. Daher haben wir uns auch entschieden, die nächsten 3 Nächte hier stehenzubleiben.

 

Neben der Nähe zu Hamburg fanden wir es aber auch praktisch, dass der Stellplatz nur einen Kilometer von der Elbe und dem bekannten Willkomm Höft entfernt liegt.

 

 

Das Willkomm Höft ist eine Schiffsbegrüßungsanlage, die im Jahre 1952 vom damaligen Wirt des Schulauer Fährhauses erbaut und in Betrieb genommen wurde. Hier werden alle in den Hamburger Hafen einlaufenden Schiffe von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang (maximal bis 20.00 Uhr) begrüßt. Dabei werden von 5 Kapitänen jeweils die Schiffe auf deutsch und in der jeweiligen Landessprache über Lautsprecher begrüßt. Zusätzlich gibt es einige Informationen über das jeweilige Schiff, dessen Herkunft und Einsatzzweck. Im Anschluss wird dann noch die Nationalhymne des Landes gespielt, wo das Schiff registriert ist. Am 40 Meter hohen Fahnenmast wehen immer die Flaggen von Hamburg, Schleswig-Holstein und Deutschland sowie die Signalflagge UW (=Wir wünschen gute Reise).

 

 

Dieses Spektakel ist weltweit einzigartig in dieser Form. Da hier um die 50 Schiffe täglich das Willkomm Höft passieren, hat man quasi eine Garantie, dass Event mehrfach zu erleben. So haben auch wir uns einige Zeit hier aufgehalten und einige Schiffe beim Einlaufen in Richtung Hamburger Hafen beobachtet.

 

 

Abends um 19.30 Uhr sind wir im Dunkeln sogar nochmal hierhin, da genau heute die AIDAsol in Hamburg zu Ihrer 126tägigen Weltreise aufgebrochen ist. Wir wollten das große Kreuzfahrtschiff direkt aus nächster Nähe an uns vorbeifahren sehen und zum Abschied zuwinken. Wer uns kennt, weiß ja, dass auch wir sehr regelmäßig mit AIDA-Schiffen unterwegs sind.

 

 

Für die nächsten beiden Tage wollen wir dann von hier aus mit der S-Bahn nach Hamburg fahren. Für uns ist Hamburg immer eine Reise wert.