17.09.2026 Füssen, Forggensee
Eigentlich stand Füssen ja schon gestern auf dem Programm – wir wollten hier nach dem Tegelberg den Nachmittag verbringen. Leider hat uns ja das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Heute versprach es aber wieder schön zu werden und so sind wir nach dem Frühstück direkt nach Füssen in die Innenstadt gefahren.
Füssen ist eine Kleinstadt im Landkreis Ostallgäu und liegt direkt an der österreichischen Grenze. Mit ihren rund 15.000 Einwohnern ist sie die drittgrößte Stadt im Ostallgäu, die Ursprünge der Stadt gehen bis auf die Römerzeit zurück. Von dieser Zeit zeugen die zahlreichen Brunnen und die gut erhaltene Stadtmauer in der Innenstadt.
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Oberhalb der Stadtmauer thront das Hohe Schloss der Stadt, welches auch eine lange Geschichte hinter sich hat. Angefangen hat hier alles mit einem römischen Kastell, es lag an der Via Claudia Augusta, welche aus Norditalien über die Alpen bis nach Augsburg führte.
Später im Mittelalter entstand hier das Kloster St. Mang, das Innere der gleichnamigen Kirche begeisterte uns mit seiner prunkvollen Gestaltung und den zahlreichen Wandmalereien.
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Zur Absicherung des Klosters wurde etwas oberhalb dann eine Burgfestung, das heutige Hohe Schloss gebaut. Von fast überall hat man einen imposanten Blick auf das Schloss.
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Für uns ging es dann weiter durch die gemütliche Innenstadt mit ihren zahlreichen bunten und schön verzierten Häuserfassaden. Füssen hat einen ganz eigenen und ursprünglich-bayerischen Charme und lädt zum Bummeln und Verweilen ein.
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Füssen war schon immer ein bedeutender Umschlagsort für Waren zwischen Süd- und Nordeuropa, da der Lech ab dem Lechfall beschiffbar wurde und hier die mit Pferden über die Alpen getragenen Waren auf Schiffe umgeladen wurden.
Der Lechfall befindet sich am Ortsrand von Füssen und ist mit seinen 5 Fallstufen mit einer Gesamthöhe von ungefähr 8 Metern eine der meistbesuchten Touristenattraktionen in Füssen – so haben auch wir dem Lechfall natürlich einen Besuch abgestattet.
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Die meisten Besucher halten die 5 Steinstufen für ein Naturwunder, jedoch wurden diese und das Wehr schon 1787 von Menschenhand angelegt, um die Wassermassen zu bändigen bevor sie durch die Lechklamm fließen. Früher trieben die Wassermassen die Mühlen an bzw. dienten zur Stromgewinnung. Das wissen heute die wenigsten der Besucher. Sie kommen meistens nur wegen des imposanten Ausblickes, welchen man am besten vom Maxsteg und der gleichnamigen Brücke über den Lech genießen kann.
Für den Nachmittag stand dann eine Schifffahrt auf dem Forggensee auf dem Programm. Der Forggensee liegt rund 3 Kilometer außerhalb von Füssen und dient den Einwohner und Touristen gleichermaßen als sommerliches Naherholungsgebiet.
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Der Forggensee ist mit seinen rund 15 Quadratkilometern Fläche der fünftgrößte See in ganz Bayern. Der Forggensee ist allerdings kein natürlicher See, sondern ein Stausee, der den Lech am Damm in Roßhaupten aufstaut und reguliert.
Ursprünglich war die ganze Region ein einziges großes Seebecken. Nach der letzten Gletscherschmelze in der letzten Eiszeit blieben dann viele kleinere Seen wie u.a. der Weißensee, der Hopfensee, der Schwansee, etc. An der Stelle des heutigen Forggensees entstand so seinerzeit der Füssener See, der viel kleiner war und im Laufe der Jahre zunehmend verlandete. Die Planungen über den Bau eines Stausees gehen bis auf das Jahr 1898 zurück, wurden aber immer wieder durch die beiden Weltkriege verschoben bzw. abgelehnt. 1951 wurde das Projekt dann mit dem Beginn der Staumauer in Roßhaupten endgültig realisiert. Der Forggensee ist heute der größte Stausee der Bundesrepublik.
Durch die zahlreichen Überschwemmungen in der Region nach der jährlichen Schneeschmelze wurde der Forggensee 1999 in das Programm zum Hochwasserschutz aufgenommen. Dementsprechend wurde der Pegel im Jahre 2005 generell um einen halben Meter gesenkt, um zusätzliche Wassermengen bei Hochwasser auffangen zu können. Im Winter wird sogar der Pegel noch weiter abgesenkt, die flachen Randgebiete trocknen komplett aus und der Grund des Sees wird teilweise begehbar. Während der jährlichen Schneeschmelze füllt sich dann der See wieder und vom 01.06. bis 15.10. jeden Jahres erreicht er seine volle Stauhöhe.
Im Sommer dient er wie gesagt als Naherholungsgebiet und es gibt sogar die Möglichkeit der Seeschifffahrt. So haben auch wir eine kleine Rundfahrt mit der MS Füssen auf dem Forggensee gemacht.
Als erstes kommt man am 1998 gebauten Festspielhaus am Uferrand des Sees vorbei. Das Festspielhaus ist dem Bayreuther Vorbild nachempfunden und dient als Musicalhalle für die Aufführung des Musicals Ludwig.
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Man kann entweder die große Rundfahrt bis zur Staumauer in Roßhaupten machen oder die kleine Rundfahrt, welche dann mittig über den See führt. Auf der einen Seite hat man das tolle Alpenpanorama im Hintergrund und auf der anderen Seite läuft die Landschaft in sanften Hügeln flach aus.
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An der Südseite des Sees kommt man dann noch am Tegelbergmassiv vorbei und einen perfekten Blick auf das Königsschloss Neuschwanstein, welches oberhalb des Sees thront.
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So geht ein perfekter Tag in Füssen und Umgebung vorüber. Alleine hier könnte man sich länger aufhalten und hätte Programm für mehrere Tage: die Stadt Füssen selbst, die ganze Seenlandschaft, Schwangau mit seinen Königsschlössern und die Alpenwelt im Tegelbergmassiv.