11.06.2026 Wien, Tag 2
Heute schien schon von morgens ab an die Sonne und es versprach ein schöner Tag zu werden. Für mich also der perfekte Tag, um Wien ausführlich zu besuchen.
Ich habe mich gegen den Roller entschieden, da bei meinem Tagesplan die Reichweite nicht groß genug gewesen wäre. So habe ich mich nach dem Frühstück direkt zu Fuß auf den Weg zur U-Bahn-Haltestelle gemacht. Von hier aus war ich dann in weniger als 10 Minuten am Prater und bin dort ausgestiegen. Von hier aus wollte ich Wien zu Fuß entdecken, da ich der Meinung bin, so sieht man mehr von einer Stadt und seinem Flair als wenn man nur punktuell die Sehenswürdigkeiten per U-Bahn ansteuert.
Vor 8 Jahren sind wir abends im Dunkeln mit dem traditionellen Riesenrad gefahren. Somit habe ich mich dieses Mal entschieden, eine Fahrt tagsüber machen zu wollen.
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Das Riesenrad im Prater ist auch zugleich das Wahrzeichen der Stadt Wien. Es wurde bereits 1897 anlässlich des 50. Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. erbaut. Mit einer Höhe von knapp 65 Metern war es seinerzeit eines der größten Riesenräder der Welt. Das Besondere an dem Riesenrad ist die historische Bauweise aus Stahl, Holz und Glas – dies wurde bei der Sanierung 1945 erhalten und ist nach wie vor so in Betrieb. Somit hat die Fahrt mit dem Riesenrad schon einen riesigen nostalgie-Effekt. So etwas lieben wir generell immer.
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Die Dauer de Fahrt variiert zwischen 10 und 15 Minuten, es hängt schwer vom Passagieraufkommen ab, wie lange die Standzeiten jeder einzelnen Gondel sind. Die Aussicht während der Fahrt ist überwältigend: man hat das Gefühl, ganz Wien liegt einem zu Füßen. Bei schönem Wetter reicht der Blick einerseits bis in die Innenstadt und zum Stephansdom. Auf der anderen Seite hat man einen perfekten Überblick über den Prater-Vergnügungspark und seine Fahrattraktion und dem dahinterliegenden riesigen Prater-Wald, der nahezu bis an die Donau-Auen reicht.
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Auch ich habe die gemütliche Fahrt und die Aussicht in alle Richtungen genossen.
Im Anschluss bin ich nicht mehr durch den Vergnügungspark gelaufen. Ich finde, so etwas hat im Dunkeln mit den ganzen Lichtern der einzelnen Fahrgeschäfte viel mehr Charme – daher wollte ich hier abends noch mal hin.
Für mich ging es dann direkt in Richtung Innenstadt, immer entlang des Donau-Kanals.
Der Donau-Kanal ist geprägt von modernen Hochhäusern einerseits als auch von viel Streetart an den Kanalmauern andererseits. Das Viertel hat sich mittlerweile als Szeneviertel mit viel Nightlife entwickelt. Hier findet man viele Bars und Kneipen direkt entlang des Kanals: zum Teil wurden Boote umgebaut, alte Bauwagen wurden zu Bars umgestaltet, teilweise als Strandbars direkt am Ufer. An warmen Sommerabenden trifft man hier viel junges Publikum, Studenten und Touristen an.
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Direkt im Anschluss befindet sich dann zur Altstadt hin der Schwedenplatz. Hier geht es nahtlos weiter mit dem Nightlife-Viertel und seinen zahlreichen Bars. Direkt in der Nähe befindet sich auch die Wiener Filiale des Hard-Rock-Cafés.
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Der Teil Wiens ist geprägt von Gebäuden und Straßenzügen mit prächtigen Fassaden, traditionellen Kinos und Litfaßsäulen. Kombiniert mit den zahlreichen Bars, Restaurants und Cafés stellt es eine gute Mischung aus zwei Welten dar.
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Hier findet man auch die berühmte Anker-Uhr:
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Bei der Anker-Uhr handelt es sich um eine überdimensional große Spieluhr aus dem Jahre 1914 am Gebäude der Helvetia Versicherungen, vormals Anker-Versicherungen. Die Uhr hängt an einer Brücke über der Gasse Bauernmarkt. Die Uhr selbst hat einen Durchmesser von 4 Metern, die Brücke ist 10 Meter lang.
Das besondere an der Uhr sind die 12 Figuren mit einer Größe von rund 2,5 Metern. Die Figuren sind chronologisch angeordnet, reichen von Karl dem Großen über Kaiser Maximilian bis hin zu Kaiserin Maria Theresia und dem Komponisten Joseph Haydn. Täglich um 12 Uhr ziehen in einer rund 15minütigen Prozedur alle 12 Personen an der Uhr vorbei – eine elektronische Orgel spielt zu jeder Person das passende Musikstück. Das Schauspiel ist immer gut besucht und per Zufall war auch ich um 12 Uhr dort und habe noch die letzten 7 Minuten des Spektakels mitbekommen.
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Nach diesem doch längeren Zwischenstopp (es lohnt sich aber auf jeden Fall, um 12 Uhr dort zu sein), ging es weiter durch die historischen Straßen der Altstadt bis hin zum Stephansdom.
Der große römisch-katholische Stephansdom ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Die erste Kirche wurde an dieser Stelle bereits im 12.Jahrhundert errichtet. Der jetzige Stephansdom wurde ab dem 14. Jahrhundert in vielen Stufen nach und nach errichtet. Seit 1479 ist die Kathedrale Sitz des Erzbischofs von Wien. Sie wurde im zweiten Weltkrieg weitestgehend zerstört, aber nach Kriegsende wiederaufgebaut und 1952 neu eröffnet. Der Stephansdom gilt als eines der bedeutendsten gotischen Bauwerkes Österreichs.
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Besonders auffällig ist am Gebäude das Dach, welches mit 10 verschiedenfarben Schindeln im Zickzackmuster eingedeckt ist.
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Das Innere des Doms ist klassisch im 3-Schiff-Stil erbaut und geprägt von viel Marmor und zahlreichen Statuen.
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Schön ist, dass man noch kostenlos in den Stephansdom hineinkommt, lediglich, wenn man auf den Glockenturm möchte, wird ein Eintrittsgeld gefordert. Dies habe ich aber nicht gemacht (mir wurde gesagt, dass sich die Aussicht nicht sonderlich lohnen solle von dieser Stelle aus – eigene Erfahrungen habe ich allerdings zu dieser Aussage nicht.
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Von hier aus geht es weiter durch die historischen Gassen von Wien. Jede Fassade selber, die schönen und reichlich verzierten Brunnen sind immer wieder schön anzusehen.
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Zwischen Stephansdom und Hofburg gelegen befindet sich die Kaisergruft. Von außen ein eher unscheinbares Gebäude, befinden sich im Innern die Särge der Habsburger Kaiserfamilien. Diese müssen wohl sehr schön und imposant anzusehen sein mit zahlreichen Verzierungen und Steinarbeiten an den teils aus Marmor und Stein gefertigten Särgen. Auf einen Besuch im Innern habe ich verzichtet, finde ich die Atmosphäre zwischen solchen Särgen doch immer sehr angespannt.
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Jetzt führte mein Weg mich entlang zahlreicher schöner Gebäude und namhafter Sehenswürdigkeiten wie der Albertina, der Oper, dem Hotel Sacher (natürlich hat ein Stück Original-Sacher-Torte nicht gefehlt).
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Unweigerlich kommt man an der wohl flächenmäßig größten und mit Sicherheit einer der imposantesten Sehenswürdigkeiten vorbei: der Wiener Hofburg
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Die Hofburg wurde erstmals 1279 erwähnt und diente als Haupt- und Sommersitz der Habsburger Kaiser und deren Familie. Die Habsburger stellten von 1278 bis 1918 insgesamt 21 Könige und Kaiser des römischen Reiches sowie 4 Kaiser des österreichischen Reiches. Damit gehören die Habsburger zu den größten und mächtigsten Fürstenhäusern der europäischen Geschichte.
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Die diversen Gebäude erstrecken sich auf einem Gesamtareal von mehr als 300.000 Quadratmetern. Die einzelnen Gebäude stammen aus den verschiedensten Epochen, was man sehr gut an den verschiedenen Baustilen erkennen kann (z.B. Gotik, Barock, Klassizismus, Neo-Barock, etc.). Heutzutage dient die Hofburg als Sitz des österreichischen Bundespräsidenten. Außerdem findet man hier die Nationalbibliothek sowie divers große österreichische Museen.
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Allein für die Besichtigung der einzelnen Gebäude und Innenhöfe von außen sollte man sich gut und gerne einige Stunden Zeit nehmen. Jeder Gebäudeteil für sich ist mit der jeweiligen Architektur sehenswert. Durch die Größe und die schönen Garten- und Parkanlagen verliert man viel Zeit und kommt aus dem Staunen nicht heraus. Vor den Toren der Hofburg in Richtung Innenstadt starten auch die bekannten Fiakertouren – diese habe ich dieses Mal nicht unternommen, haben wir das doch bereits bei unserem ersten Besuch gemacht.
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Wenn man die Hofburg auf der gegenüber der Innenstadt liegenden Seite verlässt, erreicht man den die Innenstadt umschließenden Opernring. Entlang des Opernringes findet man viele weitere zahlreiche Sehenswürdigkeiten:
Auffällig sind das kunsthistorische und das naturhistorische Museum Wiens. Sie liegen sich genau gegenüber auf den beiden Seiten des Maria-Theresien-Platzes. Beide Gebäude sind absolut baugleich und gehören zu den imposantesten Gebäuden am Opernring.
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Den in der Mitte gelegenen Maria-Theresien-Platz ziert eine große Reiterstatue mit der Kaiserin Maria-Theresia. Eigentlich war ihr Ehemann Franz Stephan der eigentliche Kaiser des römisch-deutschen Reiches seit dem Tode von Karl VII. Da er aber nur angeheiratet war und keinerlei Hausrecht besaß, kümmerte er sich im Wesentlichen um Familie und Finanzen. Die politische Macht der Habsburger Monarchie hatte seine Frau Maria-Theresia. Sie wurde nie gekrönt, wurde aber als Kaisergattin üblicherweise als Kaiserin betituliert. Sie gilt als eine der einflussreichsten weiblichen Persönlichkeiten des römisch-österreichischen Reiches.
Direkt neben den beiden Museen befindet sich der Justizpalast und das österreichische Parlament. Das Parlamentsgebäude wurde bereits in den 1870 Jahren im neoklassizistischen Stil erbaut und noch heute tagt hier das österreichische Parlament.
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Es schließen sich das imposante Rathaus und das historische Hauptgebäude der Wiener Universität an.
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Vom Rathaus konnte man leider nicht so viel erkennen, da rundherum bereits Absperrungen für die am Wochenende stattfindende Regenbogenparade.
Die Wiener Universität gilt als eine der bedeutendsten und größten Universitäten Europas. An der Ringstraße befindet sich das Hauptgebäude mit der imposanten Bibliothek – auch diese konnte man heute nicht besichtigen, da dort eine Kennenlernveranstaltung für zukünftige Studenten stattfand.
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Nach so viel historischen und kulturellen Eindrücken sollte ein Besuch auf Wiens wohl bekanntestem markt nicht fehlen: dem Naschmarkt
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Der heutige Naschmarkt entstand Ende des 18.Jahrhunderts am Wienfluss außerhalb der Stadtmauern als Bauernmarkt. Alle Waren, Fleisch, Gemüse, Milch, Getreide, usw. die in die Stadt Wien sollten, mussten hier gehandelt werden. Noch heute wird in den zahlreichen Ständen des Marktes mit internationalen Produkten gehandelt: man trifft mittlerweile viele Händler mit Lebensmitteln aus dem arabischen Kulturkreis und Händler aller Waren sowohl aus dem arabischen als auch fernöstlichen Kulturkreis an. Seit den 2000er Jahren wurde der Naschmarkt um viele Gastronomiemöglichkeiten ergänzt. Ich empfand diesen Markt als den Ort mit dem internationalsten Flair der ganzen Stadt.
Nach mittlerweile mehr als 30.000 Schritten hatte ich mir mein Abendessen verdient. Was bietet sich da Besseres an als ein Wiener Schnitzel in der Traditionsgaststätte Figlmüller.
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Bereits 1905 gründete Johann Figlmüller in der Innenstadt Nähe des Stephandoms das Weinhaus Figlmüller. Im Laufe der Zeit wurde hier das 30cm im Durchmesser große Schnitzel angeboten, denn ein Schnitzel muss erst in Fett schwimmen und später dann im Wein. Das Wiener Schnitzel wurde zum wohl bekanntesten Gericht der Stadt und der Rest des Gasthauses Figlmüller ist Geschichte. Heute muss man hier normalerweise weit im Voraus reservieren, ich hatte Glück einen Tisch für eine Person bekommen zu haben.
Frisch gestärkt sollten jetzt noch einige Schritte hinzukommen. Ich wollte unbedingt nochmal die schönsten Gebäude und Sehenswürdigkeiten der Stadt schön beleuchtet im Dunkeln sehen. Es folgen hier ein paar Impressionen der Abend- und Nachtaufnahmen der tagsüber bereits besichtigten Sehenswürdigkeiten:
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Als letztes ging es dann nochmal entlang des Donaukanals mit seinen im Dunkeln schön beleuchteten Brücken und modernen Gebäuden bis hin zum Vergnügungspark im Wiener Prater.
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Von hier aus bin ich dann wieder mit der U-Bahn aus der Stadt herausgefahren und die letzten Meter zu Fuß zum Campingplatz gelaufen. Am Ende bin ich müde nach 23 Uhr am Wohnmobil angekommen, hatte platte Füße mit fast 43.000 Schritten und bin nur noch ins Bett gefallen.
Aber ich muss sagen, dass sich der zweite Besuch von Wien absolut gelohnt hat und ich meinen ersten Eindruck der Stadt absolut revidiert habe. Wien hat architektonisch betrachtet eine der schönsten Innenstädte Europas, geprägt von viel Geschichte und kombiniert mit einem modernen Lifestyle. Wien ist gemütlich mit seinem Wiener Charme und Großstadt zugleich.
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Morgen heißt es dann Abschied nehmen von Wien und der Weg muss mich so langsam aber sicher wieder in Richtung Heimat führen.