15.09.2026 Zugspitze – Top Of Germany
Für den heutigen Tag stand ein besonderes Highlight auf dem Programm: wir wollten mit der Gondelbahn auf den höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze.
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Von Wertach aus fährt man eine gute Stunde bis Grainau bei Garmisch-Partenkirchen. Von Grainau aus sind es dann noch rund 4 Kilometer bis zum Eibsee. Dort befindet sich auch die Talstation der Zugspitzbahn.
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Die 2017 eröffnete neue Zugspitzbahn gilt als eine Seilbahn mit Weltrekorden:
– Mit 127 Metern Höhe besitzt die Anlage den weltweit höchsten freistehenden Stahlbaupfeiler
– Vom Pfeiler bis zur Bergstation verfügt die Bahn mit mehr als 3.200 Metern über das weltweit längste freihängende Stahlseil
– Mit 1.945 Metern überwindet sie den weltweit höchsten Höhenunterschied mit einer Seilbahn
Genau mit dieser Bahn wollten wir nun auf die Zugspitze. Mit 78,-EURO pro Person ist das Ticket nicht ganz preiswert, aber es inkludiert die Berg- und Talfahrt mit der modernen Seilbahn (optional mit der Zahnradbahn) sowie so oft man möchte die Seilbahn vom Gipfel zum Gletscher.
Da wir früh genug waren, ging es dann auch ganz schnell und wir standen in einer der beiden 120 Personen fassenden, bodentief verglasten Großraum-Gondeln. Während der rund 9minütigen Fahrt auf die Zugspitze hat man einen traumhaften Ausblick auf den Eibsee und die vor einem liegende Zugspitze.
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Nachdem man die einzige Stütze der Seilbahn passiert hat, geht es fasst senkrecht an der steilen Felswand entlang zur Gipfelstation der Zugspitze. Es ist definitiv ein Meisterwerk der Technik und schon sehr beeindruckend und atemberaubend, wenn man in der Gondel steht und beobachtet, wie sich diese immer weiter hochzieht. Man kann auf jeden Fall verstehen, dass der ein oder andere ein wenig Furcht vor dieser Bergbahn hat.
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Die Zugspitze ist mit 2.962 Metern Höhe der höchste Gipfel des Wettersteingebirges und damit der höchste Berg Deutschlands. Die Grenze zwischen Österreich und Deutschland verläuft genau quer über das Zugspitzmassiv und somit gehört die Zugspitze zu beiden Ländern, die höchste Gipfelspitze liegt aber auf deutscher Seite mit dem bekannten, in Gold glänzenden Gipfelkreuz.
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Oben angekommen in der Bergstation, erwartet einem ebenfalls ein Wunderwerk der Technik. Die Bergstation erstreckt sich über vier Ebenen und ist größtenteils vollverglast. Man muss sich vorstellen, wie schwierig es war, dieses Konstrukt auf fast 3.000 Metern Höhe zu bauen – erschwert wurde der Transport des Baumaterials durch Wind- und Wetterbedingungen.
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Von der oben gelegenen Terrasse aus hat man einen nahezu 360-Grad-Rundblick und bei gutem Wetter einen Rundblick über ungefähr 400 Berggipfel der Alpen. Die Sicht reicht wie heute rund 175 Kilometer weit (an ganz perfekten Tagen manchmal sogar bis zu 250 Kilometern).
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Auch sehr schön ist die Aussicht gen Norden, hier sieht man, wie die Seilbahn von der Talstation hochkommt und den türkisenen Eibsee.
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Da die Zugspitze die Grenze zu Österreich bildet, kann man hier oben direkt über die Grenze gehen und man kommt auf die österreichische Bergstation vorbei am Münchner Haus und dem alten Zollhaus. Hier oben kommt auch die Tiroler Bergbahn aus Ehrwald an.
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Wieder zurück auf dem deutschen Gipfelteil ging es für uns weiter mit der Gletscherbahn zum, mittlerweile muss man leider ehemaligen, Schneeferner Gletscher. Ehemalig muss man sagen, da bereits der südliche Schneeferner seit 2022 als Toteis gilt. Das bedeutet, dass der Gletscher keine Fließbewegung mehr hat und somit auftaut und vollständig abtauen und verschwinden wird. Somit verliert der Gletscher seinen offiziellen Gletscherstatus. Dieses Schicksal wird auch in den nächsten 1-3 Jahren den nördlichen Schneeferner ereilen. Damit verliert Deutschland einen seiner beiden Gletscher, ein untrügliches Beispiel des Klimawandels mit der Erderwärmung.
Die Seilbahn fährt aber auf das Zugspitzblatt in rund 2.600 Metern Höhe hinab, hier war man einst dem Gletscher am nächsten und auch endet hier die Trasse der optionalen Zahnradbahn ab Garmisch-Partenkirchen auf die Zugspitze.
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Wir waren vor 5 Jahren noch hier oben und haben uns dieses Jahr richtig erschrocken, wie weit sich der Gletscher innerhalb dieser relativ kurzen Zeit zurückgezogen hat. Reichte im September 2021 das Eis und der Schnee noch bis an die Bahnstation Zugspitzblatt heran, muss man jetzt ein ganzes Stück laufen, um das mittlerweile sehr kleine Schnee- und Eisfeld möglichst nahe zu sehen. Auch die kleine Bergkirche (höchstgelegene Kirche Deutschlands) war seinerzeit noch an der Eisgrenze.
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Trotzdem lohnt es sich hier runter zu fahren: einerseits kann man hier die negative Entwicklung der Natur hautnah erleben, aber andererseits hat man hier faszinierende Blicke in die umliegende Bergwelt. Auch kommen hier die Wanderer/Bergsteiger vorbei, die die Zugspitze zu Fuß erklimmen. Ab hier führt nur noch ein Weg im Gänsemarsch durch gerölliges Gelände steil nach oben.
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Für uns ging es nach einer Einkehr in der Hütte auf dem Zugspitzblatt wieder mit der Gletscherbahn zurück zum Gipfel und von hier aus mit der Zugspitzbahn zurück zum Eibsee.
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Der Eibsee liegt zu Füßen der Zugspitze und gilt als einer der schönst gelegenen Seen Deutschlands. Das traumhaft, türkisfarbene und glasklare Wasser erkennt man am besten von oben, wenn man mit der Seilbahn auf halber Höhe ist.
Direkt neben den großen Parkplätzen befinden sich einige Lokalitäten, wo man einkehren kann. Auch von hier aus hat man ein schönes Seepanorma – zum Glück haben wir einen Platz auf der Sonnenterrasse direkt in erster Reihe am Seeufer bekommen.
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Rund um den Eibsee führt ein circa 7 Kilometer langer Rundweg direkt am Ufer entlang durch den Wald. Wir sind aber nur ein Stück am Nordufer entlanggelaufen, da man von hier aus einen schönen Seeblick mit der im Hintergrund liegenden Zugspitze und der Zugspitzbahn hat.
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Nur zwei Wochen nachdem wir hier waren, gab es an der Zugspitze ein weiteres Signal des Klimawandels: ein rund 100 x 20 Meter großes Felsstück ist aus der Felswand der Zugspitze gebrochen und ins Tal gestürzt. Die Stelle liegt rechter Hand, wenn man vom Eibsee aus in Richtung Zugspitze schaut. Man kann froh sein, dass der Felssturz in unbewohntem Gebiet war und keiner zu Schaden gekommen ist. Dieses Phänomen wird mit zunehmender Erderwärmung wahrscheinlich in Zukunft häufiger auftreten. Solche Felsabbrüche entstehen weil sich die Felstemperatur im Inneren auch um einige Grad erhöht hat und jetzt im Plusbereich liegt. Vorher wurde der Fels des Berges durch den Permafrost zusammengehalten. Man befürchtet, dass das Felsmassiv des Gipfels der Zugspitze auf Dauer immer lockerer werden wird und unter Umständen immer mehr wegbricht.
Auch wenn wir heute hautnah die negativen Aspekte und Ausmaße des Klimawandels hautnah erlebt haben, war es trotzdem ein toller Tag mit einem Besuch des höchsten Berges Deutschlands. Es ist schon faszinierend, dort oben zu stehen und zum Teil hunderte Kilometer weit in die Berglandschaft der Alpen blicken zu können. Auch unsere Eltern waren das erste Mal hier oben und für sie ging ein extrem beeindruckender Tag zu Ende.